Wie gelingt der Übergang zu einer zirkulären Wirtschaft?
Dieser Frage widmete sich das Verbundprojekt CirQualityOWL Plus gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Netzwerken in Ostwestfalen-Lippe.
Technologische Lösungen sind vorhanden, die Umsetzung bleibt die Herausforderung
Die zentrale Erkenntnis: Technologische Lösungen für die Circular Economy sind vielfach vorhanden. Die eigentlichen Herausforderungen liegen häufig in ihrer wirtschaftlichen Umsetzung und Skalierung.
„Viele Unternehmen wissen bereits sehr genau, wie Ressourcen effizienter genutzt, Stoffkreisläufe geschlossen oder Verpackungen nachhaltiger gestaltet werden können. Die entscheidende Frage ist jedoch, wie diese Lösungen erfolgreich in den Markt gebracht werden können“, erläutert Norbert Reichl, Geschäftsführer der Food-Processing Initiative e. V. und Koordinator des Projekts.
Warum Circular-Economy-Lösungen scheitern
In zahlreichen Projekten und Praxisbeispielen zeigte sich, dass technische Innovationen allein nicht ausreichen. Oft stehen mangelnde Wirtschaftlichkeit, bestehende Marktmechanismen oder fehlende Anreizsysteme einer breiten Umsetzung im Weg. Nachhaltige Lösungen konkurrieren weiterhin mit etablierten linearen Systemen, die häufig kostengünstiger erscheinen.
Vernetzung als Erfolgsfaktor für die Transformation zur Kreislaufwirtschaft
Genau an dieser Stelle setzte CirQualityOWL Plus an. Ziel war es, nicht nur technologische Innovationen zu entwickeln, sondern unterschiedliche Akteure frühzeitig miteinander ins Gespräch zu bringen und gemeinsam Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transformation zu schaffen. Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Verwaltungen, Wirtschaftsförderungen und weitere Stakeholder wurden aktiv eingebunden, um Chancen, Hemmnisse und Lösungsansätze gemeinsam zu diskutieren.
Bildung und Kompetenzaufbau als Schlüssel zur Circular Economy
Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts lag auf der Qualifizierung. Die Beteiligten sehen Bildung und Wissenstransfer als zentrale Voraussetzung für den Wandel hin zu einer Circular Economy. Nachhaltigkeits- und Kreislaufwirtschaftskompetenzen müssen künftig stärker in Schulen, Hochschulen, Aus- und Weiterbildungsangebote sowie in öffentliche Verwaltungen integriert werden.
Circular Community OWL stärkt regionale Zusammenarbeit und Innovation
Besonders positiv bewerten die Projektpartner die entstandenen regionalen Netzwerke. Mit der Circular Community OWL wurde eine Plattform geschaffen, die den Austausch und die Zusammenarbeit auch über die Projektlaufzeit hinaus fortführen soll. Die Region Ostwestfalen-Lippe verfügt aufgrund ihrer starken mittelständischen Wirtschaft, ihrer Forschungslandschaft und ihrer etablierten Kooperationsstrukturen über hervorragende Voraussetzungen, eine Vorreiterrolle im zirkulären Wirtschaften einzunehmen.
Circular Economy als gemeinsame Aufgabe von Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft
„Die wichtigste Erkenntnis aus dem Projekt lautet: Circular Economy ist nicht allein eine technische Herausforderung. Sie ist eine gemeinsame Gestaltungsaufgabe von Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft“, so Reichl.
Weitere Informationen zum Projekt und zu den Ergebnissen finden Sie unter: www.cirqualityowl.de




