Lebensmittel 4.0 Symposium in Südkorea

Die Digitalisierung der Prozesse der Lebensmittelwirtschaft – dass dies mit dem bekannten Appendix 4.0 nicht nur ein Thema in Deutschland ist, sondern auch in Südkorea auf größtes Interesse stößt, bewies das Symposium „Food Industry and the 4th Industrial Revolution“. Gut 200 Teilnehmer folgten der Einladung zu FoodPolis in Iksan und den Ausführungen deutscher und koreanischer Experten.

Foodpolis, das führende koreanische Food Cluster und der Food-Processing Initiative e.V. (FPI), Branchennetzwerk aus Bielefeld einigten sich im Mai diesen Jahres anlässlich eines Besuchs bei der CSB-System AG in Geilenkirchen darauf, die Zusammenarbeit in den Bereichen Forschung, Entwicklung und Innovation zu intensivieren. Pünktlich zum Nikolaustag 2017 gestaltete ein deutsches Expertenteam auf Einladung des Foodpolis das internationale Symposium „Food Industry and the 4th Industrial Revolution“ im Forschungszentrum des Clusters in Iksan nahe Seoul mit.

Eröffnet wurde die Veranstaltung durch Begrüßungsreden des Präsidenten der FOODPOLIS, Hwang In Shik, der Abgeordneten der südkoreanischen Nationalversammlung, Cho Bae Sook, und dem Bürgermeister der Stadt Iksan.

Delegation FoodPolis Südkorea 2017

v.r.: Norbert Reichl (FPI), Dr. Yoon Chan suk (FOODPOLIS), Eunbyeong Im (CSB), Dr. Sabine Brunklaus (ILT.NRW), Dr. Klemens van Betteray (CSB), Simone Schiller (DLG), Dr. Hermann Schlöder (BMEL), Hendrik Schulte-Wess (Dr. Oetker)

Die erste Session startete mit einem Vortrag von Dr. Hermann Schlöder vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft über die deutsche Lebensmittelindustrie, Handelspolitik, Lebensmittelsicherheit und Digitalisierung. Dr. Sabine Brunklaus vom ILT.NRW gab direkt in Anschluss einen Überblick zu Forschungsansätzen und Projekten im Bereich „Lebensmitteltechnologie 4.0“ an der Hochschule OWL. Insbesondere stellte sie die Partnerschaft smartFoodTechnologyOWL vor und das Projekt Lebensmittel 4.0, bei dem der FPI e.V. Projektpartner ist. Aus dem Blickwinkel der Verpackungsindustrie referierte Dr. YangJai Shin vom Mirae Packaging Institut über den Einfluss von Industrie 4.0 auf die koreanische Lebensmittel¬industrie und damit verbundene Entwicklungen in der Verpackungsbranche. Dr. DonghJu Kim erläuterte zu Beginn der zweiten Session wie ein HACCP-Konzept zur Gewährleistung der Lebensmittelsicherheit auf Basis von ICT bzw. IoT (Internet of Things) funktioniert. Zum Abschluss der Session referierte Dr. Klemens van Betteray von der CSB-System AG über die Zukunft der Lebensmittelbranche: „Industrie 4.0 – Quo vadis Lebensmittelindustrie?“, insbesondere mit Blick auf Rückverfolgbarkeit und Transparenz in der Fleischverarbeitung  sowie neue Ansätze wie 3D-gedrucktes „Kulturfleisch“.

Im Lebensmitteltechnologiezentrum Foodpolis sind auf einer Fläche von 358 Hektar neben Forschungs- und Dienstleistungszentren für die Lebensmittelbranche Schulen, Universitäten, Gewerbegebiete und Grünanlagen geplant bzw. bereits realisiert. Mit dieser geballten Kompetenz und der Expertise ausländischer Partner sollen Lösungen für den globalen Nahrungsbedarf und weitere komplexe Fragen der Lebensmittelherstellung erforscht und weiterentwickelt werden. „Es ist beachtlich, mit welchen Perspektiven, welcher Leidenschaft  und auch welchen Ressourcen hier in Südkorea die Zukunft der Lebensmittelproduktion gestaltet wird“, zeigte sich Dr. van Betteray beeindruckt.

Neben der Konferenz und der Besichtigung der Labore der FoodPolis standen noch Unternehmensbesuche auf der Agenda. So wurden der Wursthersteller S-Food und auch die staatliche Kontrollbehörde für die Fleischwirtschaft besichtigt und ein Gespräch mit dem ständigen Vertreter der deutschen Botschaft in Seoul geführt.

Ich freue mich, dass wir interessierte Partner auch aus unserem Netzwerk FPI mit auf diese spannende und lehrreiche Reise nehmen konnten und auf ein Wiedersehen mit unseren Gastgebern“, fasste Norbert Reichl, Geschäftsführer des FPI e.V. zusammen.

 


FoodPolis
Das mit rund 500 Millionen Dollar geförderte Lebensmitteltechnologiezentrum wurde 2007 vom koreanischen Ministerium für Landwirtschaft, Lebensmittel und ländliche Entwicklung initiiert. In dem Komplex in der Stadt Iksan, 200 km südlich von Seoul, sind auf einer Fläche von 358 Hektar neben Forschungs- und Dienstleistungszentren für die Lebensmittelbranche Schulen, Universitäten, Gewerbegebiete und Grünanlagen geplant bzw. bereits realisiert. Zu den Zielen der FOODPOLIS gehört es, ausländische Unternehmen zur Unterstützung grundlegender regionaler Strategien zu gewinnen und Kooperationsabkommen mit Agrar- und Lebensmitteltechnologienetzwerken sowie F & E-Zentren im Ausland zu schließen.
Die Angebote reichen von Beratungsleistungen über Laborleistungen bis hin zu Ansiedlungsflächen.
Eine Überblick über alle Leistungsangebote der FoodPolis finden Sie im Internet unter : http://eng.foodpolis.kr/

Auf Grundlage des am 26.5.2017 unterzeichneten Memorandum of Understanding werden die Partner FoodPolis und Food-Processing Initiative weitere Veranstaltungen und Projekte realisieren.


Wünschen Sie weitere Informationen, wenden Sie sich an:
Norbert Reichl
Norbert.Reichl@foodprocessing.de
T:+49(0)521 98640-0

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