Lernen wie die Zukunft funktioniert

Die Junge DLG Lebensmittel veranstaltete in Zusammenarbeit mit dem Projekt „Lebensmittel 4.0“ des ILT.NRW am 7. Juni 2017 ihren ersten Studierenden-Kongress an der Hochschule OWL. Ziel der Veranstaltung unter dem Motto „Lebensmittelindustrie 4.0 – Lernen wie die Zukunft funktioniert“ war es, Studierenden der Lebensmitteltechnologie einen Überblick zum aktuellen Stand von Industrie 4.0 in der Branche zu verschaffen und einen Einblick in aktuelle Forschungsprojekte sowie zukünftige Entwicklungen zu geben.

Industrie 4.0 ist ein Schlagwort, das auch die Lebensmittelbranche immer stärker beschäftigt. Der Begriff steht für eine ganze Reihe an innovativen Verfahren und Entwicklungen, die neue Technologien mit industriellen Standards der Fertigungsindustrie verbinden, um einen immer dynamischer werdenden Markt zu bedienen.

Vor dem Hintergrund der Aktualität der Thematik ist das Team der Jungen DLG in Lemgo im April 2017 auf das Team des Projekts „Lebensmittel 4.0“ zugegangen, mit dem Ziel eine gemeinsame Aktivität anzustoßen. Im Ergebnis wurde ein eintägiger Kongress für Studierende unter Einbeziehung von Referentinnen und Referenten aus Hochschule und Wirtschaft gestaltet.

Von links: Moderator Norbert Reichl (Food-Processing Initiative e. V.) und die Referenten Florian Conradi und Patrick Wefing (beide ILT.NRW, Initiative smartFoodTechnologyOWL)

Der Kongress startete mit einem Grußwort von Simone Schiller, der Geschäftsführerin des DLG-Fachzentrums Lebensmittel. Anschließend führte Norbert Reichl von dem Food-Processing Initiative e.V. auf gleichsam unterhaltsame wie fachkundige Weise durch das Programm. Das Vortragsprogramm wurde durch die Leiterin des hochschulseitigen Projektteils von Lebensmittel 4.0 am ILT.NRW der Hochschule OWL, Dr.‘in Sabine Brunklaus, eingeleitet, die einen einführenden Vortrag zu Industrie 4.0 in der Lebensmitteltechnologie hielt. Anschließend gab Professor Ralf Lautenschläger vom Labor mit Schwerpunkt Fleischtechnologie am ILT.NRW einen Überblick zum Status Quo speziell in der Fleischbranche. In der Mittagszeit wurde eine Führung durch die SmartFactoryOWL angeboten. Dort wurden die Potenziale bereits in anderen Branchen angewandter Industrie-4.0-Technologien sehr anschaulich demonstriert.

Von den Nachmittags-Vorträgen stieß besonders die Vorstellung eines neuen Konzepts für eine kontinuierliche Brauerei durch Patrick Wefing und Florian Conradi aus der Partnerschaft smartFoodTechnologyOWL bei den Zuhörerinnen und Zuhörern auf sehr positive Resonanz. Unter Einsatz von intelligenten digitalen Signalerfassungs- und Steuerungssystemen soll sich diese Anlage automatisch auf unterschiedliche Rohstoffparameter einstellen können. Zum Abschluss des Programms stellten Vertreter der Unternehmen Albert Handtmann Maschinenfabrik GmbH & Co. KG (Armin Büchele, Leiter Anwendungstechnik) und FELTEN Group (Hans-Jürgen Kopp, Senior Consultant Manufacturing Processes) den Stand des digitalen Wandels aus ihrer Praxis-Sicht anhand von Lösungen zur Prozessoptimierung dar.

Nissrin Arbesun Perez führte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Studierenden-Kongresses durch die SmartFactoryOWL.

Nach Ende der Veranstaltung nahmen vor allem auswärtige Studierende gerne das Angebot von Professor Lautenschläger, Leif Seidel, Marc Hoffarth, Alexander Meyer und Julian Huchtmann wahr, an einer Führung durch die Labore der Fleischtechnologie, der Verfahrenstechnik, der Lebensmittelchemie, der Kaffeetechnologie und der Getränketechnologie teilzunehmen.

 

 

Auch die Möglichkeit, sich durch Beantwortung eines Fragebogens in die Neuplanung von Industrie-4.0-Inhalten in Aus- und Weiterbildungsangeboten einzubringen, wurde von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zahlreich genutzt.

Besonderer Dank für das Gelingen der Veranstaltung gilt Julian Huchtmann und Sebastian Klostermann von der Jungen DLG, die sich zusammen mit Simone Gebauer, Projektassistenz „Lebensmittel 4.0“, im Vorfeld federführend um den organisatorischen Rahmen gekümmert haben.

Es nahmen gut 50 Interessierte aus der Hochschule OWL, der Technikerschule Bremen, dem Team der Jungen DLG Weihenstephan-Triesdorf und aus Verbänden der Region OWL teil. Aufgrund der positiven Bilanz kann davon ausgegangen werden, dass es weitere gemeinsame Aktivitäten der DLG mit den Projekt-Verantwortlichen der Hochschule OWL, besonders im Bereich Lebensmittelindustrie 4.0, geben wird.

Die Junge DLG versteht sich als Plattform zum Austausch und ist Treffpunkt des Nachwuchses in der Ernährungs- und Agrarwirtschaft. Sie wird von vielen Aktiven als Ideenschmiede und Impulsgeber angesehen und soll zur Organisation von eigenen Veranstaltungen ermutigen. Seit dem Jahr 2016 ist auch ein Team der Jungen DLG an der Hochschule OWL aktiv.

Potenziale zur Wertschöpfung in der Lebensmittelwirtschaft durch Integration intelligenter technischer Systeme stehen im Zentrum des Projektes „Lebensmittel 4.0“ der Bielefelder Food-Processing-Initiative und des Instituts für Lebensmitteltechnologie (ILT.NRW) an der Hochschule OWL. Lebensmittel 4.0 ist Bestandteil des integrierten Handlungskonzeptes „OWL 4.0 – Industrie, Arbeit, Gesellschaft“.