Endlich in den Transfer

Lebensmittelabfälle sollen bis zum Jahr 2025 um mindestens
30 Prozent iSun Fachhochschule Münsterreduziert werden. So gibt es ein Ziel der EU vor. Zahlreiche Lösungsansätze dazu wurden in deutschen und internationalen Studien bereits erarbeitet. Etwa 320 Instrumente hat ein Wissenschaftlerteam von der FH Münster recherchiert. Dazu gehören etwa Methoden zur Datenerhebung, Infobroschüren und Mitarbeiterschulungen.

Prof. Dr. Guido Ritter und seine Mitarbeiter vom Institut für Nachhaltige Ernährung und Ernährungswirtschaft (iSuN) werten dafür mehr als 800 Studien aus. Anlass dafür ist das Forschungsprojekt „Verluste in der Lebensmittelbranche vermeiden – Forschungstransfer in die KMU-Praxis“ unterstützt von Praxispartnern und Multiplikatoren aus Industrie und Handwerk. Mit einem Kick-off-Meeting ist das Projekt nun gestartet.

Endlich in den Transfer zu kommen, das ist unser Ziel“, sagt Ritter. Unternehmen stünden vor dieser großen Zahl an Maßnahmen, mit denen sie Lebensmittelverschwendung reduzieren können. Insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen seien sie nicht immer leicht zugänglich. „Welche Instrumente sind geeignet? Das möchten wir in diesem Projekt bewerten und die Instrumente strukturiert und bedarfsgerecht zur Verfügung stellen, um den Unternehmen die Arbeit zu erleichtern“, erläutert der Ernährungswissenschaftler.

Im Laufe des Projektes werden Lösungsansätze zur Lebensmittelabfallvermeidung zusammengestellt, mit den Partnerunternehmen aus Handwerk, Handel, Industrie und Gastgewerbe erprobt und anschließend auf einer Internet-Plattform veröffentlicht. „Dort können sie sich dann individuell für sie passende Maßnahmen aussuchen“, erläutert Projektmitarbeiterin Christina Strotmann. Bei dem Kick-Off-Treffen hatten die Partner Gelegenheit, ihre inhaltlichen und technischen Erwartungen an die Plattform einzubringen. Neben der Verwendung bereits vorhandener Instrumente werden im Rahmen des Projekts weitere Schulungseinheiten für den Wissenstransfer in die Lehre und Bildung erarbeitet.

In der letzten Projektphase ist insbesondere die Zusammenarbeit mit den am Projekt beteiligten Multiplikatoren wichtig. Sie sorgen gemeinsam für den Transfer in die verschiedenen Branchen der Lebensmittelwirtschaft. „Die Inhalte der Plattform müssen so bekannt gemacht werden, dass die Unternehmen der unterschiedlichen Branchen sich direkt angesprochen fühlen“, stimmten Renate Dölling vom Dehoga Westfalen e.V., Thomas Harten von der Handwerkskammer Münster und Eva Krause von der Food-Processing Initiative e.V. überein.

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert das Projekt mit einer Summe von 125.000 Euro. Es läuft bis Ende November 2016.